Eisenzeit-Ensemble CANTLON

CANTLON (gallisch: Lied, Melodie)

!!!Neu!!! Cantlon auf Youtube: VIDEO1 VIDEO2 VIDEO3


Patrick Feldner, Albin Paulus, Nadège Lucet, Niki Fliri

Unsere neue CD "SITULARIA - Klänge aus der Hallstattzeit" ist da!!

HÖRPROBEN

Bestellung hier (österreichische Akademie der Wissenschaften)

Kompositionen und Improvisationen für Instrumente der Eisenzeit (vorwiegend keltische Kultur, 800 v. Chr. - 100 n. Chr) und Lieder in gallischer (=festlandkeltischer) Sprache.

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Weitere Fotos hier

Cantlon erweckt die musikalischen Klänge der Eisenzeit zu neuem Leben!

Albin Paulus: Hornpfeifen, Flöten, Leier, Maultrommel, Gesang, Instrumentenrekonstruktion
Nadège Lucet: Leier, Bass-Winkelharfe, Maultrommel, Mundbogen
Niki Fliri: Leier, Flöten, Perkussion, Maultrommel, Gesang
Patrick Feldner: Perkussion, Maultrommel, Mundbogen

sowie weitere Gastmusiker, vor allem von Imbraxton (s. weitere Projekte).

Seit 2003 erforsche und baue ich Instrumente der Eisenzeit, vorwiegend aus einheimischen Naturmaterialien wie Holunder, Kuhhorn, Knochen, Schilf (für die Blasinstrumente), diverse Hölzer, Ziegenpergament, Darmsaiten (für Leiern) usw.. Mein Wissen vermittle ich bei Vorlesungen an der Universität Wien: siehe Unterpunkt "Wissenschaft" bzw. "Musik der Keltia".

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Programmvorschlag:

(sprachwissenschaftliche Beratung: David Stifter und Albert Bock)

1) ALAUDA (gallisch: die Lärche)

(Einleitung: Improvisation Niki Fliri/ Albin Paulus, Komposition: Niki Fliri

Hier erklingen zwei Knochenflöten mit Blockflötenprinzip und mehreren Grifflöchern, sowie eine Holunderflöte gleichen Prinzips. Hochentwickelte Flöten mit Grifflöchern sind in Europa bereits weit vor der Eisenzeit belegt.

(Flöte aus Geierknochen, spätestens 2000 v Chr., Grotte de Veyreau, Frankreich)

2) CANTLON DIGATIAS (gallisch: Trinklied)

(Text: David Stifter, Komposition: Albin Paulus)

Gallischer Text: David Stifter. Folgende Instrumente kommen hier zum Einsatz: Zwei Leiern (Abb. s.u.), zwei Obertonflöten aus Holunder (ohne Grifflöcher) sowie eine Doppelhornpfeife („Hallstatt-Aulos“), wie sie sich auf Abbildungen und eine Skulptur im Osthallstattkreis nachweisen lässt. Hornpfeifen werden heute noch in Europa in der Volksmusik verwendet (z.B. in Wales, Baltikum, Osteuropa, Baskenland sowie bei Spielpfeifen von einigen Dudelsäcken: böhmischer Bock, tunesischer Dudelsack u.a.). Sie funktionieren nach dem Klarinettenprinzip mit einem Einfachrohrblattt aus Schilf und werden mit Zirkularatmung gespielt. Die Tonskala des Stückes basiert auf der Obertonreihe (Naturtonreihe).
(Figurine aus Százhalombatta, Ungarn, Hallstattzeit)

3) SITULA (Prunkgefäß)

(Komposition u. Improvisation: Albin Paulus/ Nadège Lucet)

Leier und Panflöte werden während der gesamten Eisenzeit sehr häufig abgebildet und haben wohl eine wichtige Rolle im Musikleben gespielt. Dieses Stück ist inspiriert von typischen Abbildungen auf Situlen der Hallstattzeit und frühen Latènezeit, die beide Instrumente gleichzeitig zeigen.

4) CURMIGNATOS (in Bier geboren)

(Komposition: Albin Paulus)

Dieses Stück basiert auf dem Zusammenklang einer Hornpfeife und Leiern. Auch hier existiert eine Dastellung beider Instrumente aus dem Osthallstattkreis.

5) EPOS (Pferd)

(Improvisation: Niki Fliri/ Nadège Lucet/ Albin Paulus)

Die Maultrommel gehört wohl zu den elementarsten Intrumenten der Menschheit, da sie in fast allen Kulturen der gesamten Welt existiert. Häufig besteht sie aus Holz oder Schilf. Aus Eisen ist sie erst seit der Antike in Ostasien belegt, in Europa frühestens durch archäologische Funde aus galloromanischer Zeit, die jedoch häufig angezweifelt werden. Da sie als typisches Instrument bei Reiterkulturen Verwendung findet, wie sie immer wieder nach Europa einfielen, erliegen wir dennoch Vorstellung, dass eine Horde versprengter ostasiatischer Reiter einige Exemplare nach Europa brachte. Da Pferd, Schmied, und Maultrommel eine unzertrennbare Einheit in asiatischen Reiterkulturen darstellen, improvisieren wir natürlich zum Thema „Pferd“.

6) NATA UIMPI (Schönes Mädchen)

(Improvisation: Niki Fliri/ Nadège Lucet/ Albin Paulus, Trad. Bretagne)

Die teilweise sehr „ungezogenen“ Texte stammen von Spinnwirteln aus galloromanischer Zeit (Spätgallisch, oft gemischt mit Lateinischen Wörtern). Sie dienten offenbar als Geschenk von Burschen an Mädchen. Beispiele:

nata uimpi curmi da: Schönes Mädchen, gib Bier!
nata uimpi pota vim: Schönes Mädchen, trink Kraft!
moni gnatha gabi buððuton imon: Komm, Mädchen, nimm mein Pimmelchen/ Küsschen! (ungeklärt)

Die Musik dieses Stückes basiert auf einer heutigen pentatonischen (fünftönigen) Melodie aus der Bretagne, gespielt auf zwei Leiern und einer auch in Europa in der Antike verwendeten Frühform der Harfe, wie sie heute noch in Uganda gespielt wird (Adungu).