Maultrommelvirtuose

Preisträger des internationalen Maultrommelwettbewerbs "World's virtuosos of khomus" in Jakutsk 2011

Aktives Mitglied (Schriftführer) des Österreichischen Maultrommelvereins: www.maultrommelverein.at

"Das Publikum war begeistert von der unglaublichen Vielfalt der Töne und der Virtuosität, mit der der Musiker das "Konzert für Maultrommel und Streicher in Es-Dur" von Johann Georg Albrechtsberger gestaltete."

(Südostbayrische Rundschau)

"Und dann gibt es noch Instrumente, die man zwar kennt, aber selten so wirkungsvoll und virtuos gespielt hört. Die Maultrommel zum Beispiel. Albin Paulus ist Spezialist für dieses wenig ernst genommene Volksinstrument. Seinen Beitrag zu dem Programm wird man so bald nicht vergessen. Zunächst überraschte, wie präzise in der Intonation der Spieler den Endton eines Liedes aufnehmen konnte, und es war unglaublich, welche Klänge sich mit Hilfe eines Metallrahmens, einer Feder und dem Mundraum des Spielers erzeugen lassen.
Extrem obertönige, fast synthetische Farben und Geräusche, schnalzend, summend, durch Atmen umgefärbt (...). An das künstliche Schlagzeug der Techno-Musik wird man erinnert. Doch sie kann auch ganz lieblich klingen, sogar Triller wiedergeben (...)

(über ein Konzert mit der Gruppe "Unicorn", Franken aktuell, Bad Kissinger Anzeiger, Januar 2011)

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Im Alter von fünf Jahren stieß ich auf die Maultrommel meiner Mutter. Sie zeigte mir die Technik, seither zieht mich der Klang dieses Instrument in seinen Bann...

Die Maultrommel verwende ich inder klassischen Musik besonders für die Maultrommelkonzerte Albrechtsbergers, aber auch für jede Art von Musik, besonders bei Hotel Palindrone, Schikaneders Jugend und Unicorn.

Die ausgesprochen vielseitige Maultrommel ist fast weltweit verbreitet und findet sich in der Hand von liebeswerbenden Frauen und Männern unterschiedlichster Kulturen, Tanzmusikern, Technofreaks, Avantgardemusikern, Ärzten, Akustikern, Esotherikern, sibirischen Schamanen, Indianern, Cowboys, Polarforschern, Mafiosi, Mönchen, Prostituierten, Heiligen, Hofnarren, Stummen, Steppenreitern, Teetrinkern, Tagelöhnern, Bettlern und Königen, angeblich auch Affen...
und natürlich Gemeindebediensteten alpiner Städte und Dörfer.

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Die Maultrommelkonzerte von Johann Georg Albrechtsberger:

Zur Zeit der Wiener Klassik und Romantik hatte sie ein Blüte und wurde auch in der Kunstmusik eingesetzt, z.B. von Johann Georg Albrechtsberger (bekannt vor allem als Lehrer Beethovens und Schuberts). Hier wird sie als vollwertiges Melodieinstrument eingesetzt.

Die vier erhaltenen Konzerte wurden um 1770 für den Maultrommelvirtuosen Bruno Glatzl geschrieben und bedürfen einer speziellen Technik mit mehreren Maultrommeln verschiedener Stimmung, die in sehr schnellem Wechsel gespielt werden. Dadurch entsteht der Eindruck einer gewissen "Maultrommelakrobatik", die auch schon im 18. Jahrhundert die Zuschauer begeisterte und zu dem Begriff des "Maultrommelvirtuosentums" beitrug. Der Wechsel dient dazu, die einstimmig notierte Melodie so klar wie nur möglich durch Kombination von Obertönen verschiedener Maultrommeln zu spielen.

Als weiteres Soloinstrument wird bei drei dieser Konzerte die Mandora (eine damals in Süddeutschland und Böhmen beliebte Volkslaute) verwendet, bei einem auch das Cembalo. Die Konzerte zählen trotz oder gerade wegen ihrer ungewöhnlichen Besetzung zu den bemerkenswertesten Werken Albrechtsbergers. Sie sind musikalisch sehr abwechslungsreich und zudem ausgesprochen gute Kompositionen im galanten und empfindsamen Stil.

Die genauen Bezeichnungen des Autographs sind:

  • Concerto in F a 5
    Mandora, Crembalum, Violino primo, Violino secondo e Basso

  • Concertino in Eb a Cinque Stromenti
    Trombula, Cimbalo, Violino, Viola e Basso

  • Concerto in E a 6
    Mandora, Crembalum, Violino primo, Violino secondo, Viola e Basso

  • Concertino in D a 5
    Mandora, Trombula, Violino primo, Violino secundo e Basso

Seit 1991 erforsche ich die historische Aufführungspraxis der Maultrommelkonzerte, da es hier bisher nur sehr wenige Versuche mit befriedigenden Ergebnissen gab (eine Ausnahme bildet die Tätigkeit des Maultrommelpioniers Max Engel). Auch fehlte es an wissenschaftlichen Editionen der Originalhandschriften sowie an vollständigen Aufnahmen.

2003 kam es dann endlich zusammen mit Pietro Prosser an der Mandora und dem Ensemble Piccolo Concerto Wien (Leitung Roberto Sensi) zur weltweit ersten Gesamteinspielung dieser Konzerte.

Hörbeispiele und CD-Bestellung bei

http://danmoi.de/shop/index.php?main_page=index&cPath=1&zenid=507134cb3d...
oder
http://shop.orf.at/oe1/shop.tmpl?art=1705

Der Musikwissenschaftler, Lautenist und Mandoraspezialist Pietro Prosser edierte hierfür eigens das Notenmaterial neu. Auch ist er der einzige weltweit, der diese auch für die Mandora einzigartige Sololiteratur korrekt
auf rekonstruierten Instrumenten spielen kann. An dieser Stelle sei ihm tausendfach für seine wertvolle Arbeit gedankt!

Mit folgenden Ensembles trat und trete ich ich immer wieder auf:

Roberto Sensi - Piccolo Concerto Wien (I/Hu/D)
Christophe Coin - Ensemble baroque de Limoges (F)
Paul und Christoph Angerer - Concilium Musicum Wien (A)
Davide Rebuffa - Accademia Bugella Civitas (I)
Rainer Ullreich - Mvsica Rinata (A)
Pal Nemeth - Savaria Ensemble (Hu)

und zahlreichen anderen Ensembles.

Auftrittsorte (Auswahl):

Internationales Maultrommelfestival Jakutsk 2011, Wiener Musikverein, Cité de la Musique - La Villette Paris, Palace of Arts Budapest, Festival di Musica Antica Biella (I), Musiekgebouw Amsterdam (Internationales Maultrommelfestival Amsterdam 2006), Festival Mozart Rovereto (I), Opera Krasnojarsk (Sibirien), Festival di Musica Antica Urbino (I), Styriarte Graz (A), Haydnfestspiele Eisenstadt (A), Internationales Maultrommelfestival Molln 1998 (A), Stadtcasino Basel (CH), Barocktage Stift Melk (A), Radiokulturhaus Wien, Maultrommelfestival Kecskemét 2009 (Hu), Liechtensteinmuseum Wien, Klangburg Rapottenstein (A)...

bisherige Workshopleitungen für Maultrommelspiel:

Catania Folk Festival 2010 (I, Sizilien), Musikwerkstatt Glatt und Verkehrt 2006-2008 (A), Universität für Musik Wien, seit 2007 (A), Bordunmusiktage Gutenbrunn, seit 1995 (A), Kurse in der Dübener Heide, 2002, 2006 (D), Pipen und Lyren Schwerin, 2000, 2006 (D), BordunmusikFest Kremsmünster 1998, 2000 (A), Volksmusikakademie Liesing 2007 (A), Bordunmusikseminar Ulten 2003 (I), Rainforest World Music Festival 2006 (Malaysia) etc.